Klettern um Gößweinstein
Im Weißen Jura lag vor ca. 150 Millionen Jahren ganz Süddeutschland im Bereich eines Flachmeeres. Die Bedeckung durch das flache Jurameer und ein tropisch-warmes Klima führten zum Wachstum ausgedehnter Schwammriffe unter Wasser. Blaugrünalgen, Ammoniten (Kopffüßer) und Muscheln trugen zur Entstehung dieser Riffe bei. Durch ständige Absenkung der Kruste wurden in dieser Zeit mächtige Gesteinsfolgen am Meeresgrund abgelagert.
Die `Fränkische´ ist geprägt von diesen Kalk- und Dolomitfelsen. In den unteren Schichten herrschen eher "gebankte", geschichteter Kalkstrukturen vor, wogegen man im oberen Bereich des Juras mehr Schwammkalkstrukturen findet, die dank einer optimalen Anreicherung mit Magnesium (Dolomitisierung) sehr verwitterungsbeständig und damit wenig bruchgefährdet sind und durch die löchrige Struktur für Kletterer so attraktiv sind.
Die Felsen um Gößweinstein, im Wiesenttal und Püttlachtal bieten sicherlich in der nördlichen Frankenjura mit die größte Anzahl an Routen vom unteren fünften Grad für Schnuppernde und Gruppen mit Kindern, als auch für den Normalsterblichen Kletterer im Siebten Grad viele erschwingliche und sehr lohnende Kletterrouten.
Zu Fuß, gleich am Ort gelegen, erreicht man vom Gasthof Stern nördlich des Ortes, zur Burg und Wiesent hin gelegen, klassische Felsen wie die Eibenwände, Emporerwand und den Napoleon oder die oberen und unteren Gößweinsteiner Wände. Gen Süden, gegenüber der Marienapotheke, die Gartenstraße bergauf kommt man zum Gernerstein und Wickenstein, die vor allem Routen für Ambitionierte im achten und neunten Schwierigkeitsgrad aufweisen. Etwas weiter liegt der Bärenstein mit gleich vier ´Siebenern´ nebeneinander. Im Frankenwohnheim, hinterm Friedhof, ist´s wieder gemischt vom fünften bis neunten Grad (Doc Holiday 6+!!).
Besonders empfehlen möchten wir zwei Felsen die man auf einer halbstündigen Wanderung auf dem Wanderweg zur Fellner Doline ereicht: Die Breitenberg Südwand - Hier kann man mit Anfängern und Kindern im vierten Grad erste Schritte im Fels wagen. Fast direkt daneben liegt die Fellner-Dolinenwand wo man wegen der guten Absicherung, schwierigere, nicht zu lange Routen genießen kann. Den „Weg des Paukers“ (7) und den „Direkten Dolinenpfeiler“ (6+) sollte man mal gemacht haben!! Hier eine Topographie dieser beiden Felsen mit Anfahrtsbeschreibung (PDF).
Wer sich eine genauere Übersicht verschaffen möchte - der aktuellste Kletterführer ist z.Z. „Frankenjura 1“ von Sebastian Schwertner. Im Juli 2010 in sechster Auflage erschienen. Panico Alpinverlag, ISBN 978-3-926807-89-2.
Viele gute Informationen zu Felsen bekommt man auch auf: www.klettern.frankenjura.com
Kletterkonzepte und Zonierungen
Klettern boomt – immer mehr Interessenten strömen aus den Hallen in die Felsen, sodass eine Lenkung im Sinne des Naturschutzes unumgänglich ist.
Also auch hier noch einmal: Nehmt Abfall, auch Zigarettenkippen, zu Entsorgung mit aus dem Wald zurück. Parkt Eure Fahrzeuge zivilisiert – wenn kein Platz ist ist´s auch im Fels voll – es sind ja genug andere da. Benehmt Euch freundlich Anwohnern gegenüber. Verhaltet Euch ruhig in der Natur, die ersten Anlieger wohnen häufig gar nicht weit weg, - ob man am Felskopf abbaut oder umlenkt kann man vor dem Einstieg schon absprechen…
Im Fränkischen gibt es mittlerweile viele regionale Kletterkonzepte die Flyer zur Information ausgeben. Wichtigster Inhalt sind die Zonierungen die ihr in den Topographien und an allen Felsen findet:
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Zone 1 Ruhezone Hier darf nicht geklettert werden! Felsen die nicht klassifiziert sind und die Felsköpfe über den Umlenkhaken gehören zur Zone 1
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Zone 2 Klettern auf den vorhandenen Routen bis zum Umlenkhaken erlaubt. Neutouren sind nicht, bzw. nur mit behördlicher Genehmigung zugelassen.
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Zone 3 Klettern erlaubt. Außerhalb in Vegetationszonen sind Neutouren mit Umlenkhaken möglich.
Einen aktuellen Stand der Kletterverbote und Beschränkungen gibt es auf den einschlägigen Kletterseiten z.B. des Deutschen Alpenvereins www.dav-felsinfo.de oder der IG Klettern www.ig-klettern.com
Ein herzliches Danke schön gilt ganz besonder John-Patrick Polzen Müller aus Köln der sich die Zeit nahm, in mühevoller
Arbeit, Bilder, Daten und Texte uns zur Verfügung zu stellen.

co John-Patrick Polzen Müller







